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Rückblick „Europäisches Filmfestival der Generationen“ 2023 mit den Schwerpunkten Leihgroßeltern und digital-aktive Senioren

Nach einer Corona bedingten Pause beteiligte sich die „Generationen Initiative Kronau“ (GIK) im November wieder am „Europäischen Filmfestival der Generationen“. An diesem u.a. vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg organisierten und mit dem „Deutschen Alterspreis“ ausgezeichneten Festival beteiligten sich inzwischen fast 150 deutsche und ausländische Veranstalter. Ziel dieses Festivals ist es, mit anspruchsvollen Filmen Impulse zur Förderung der Gemeinschaft zu geben. Die GIK entschied sich bei ihrer diesjährigen Filmauswahl für die Themen „Unterstützung junger Familien durch Senioren“ und „Förderung von digitalen Fähigkeiten bei Senioren“.

Foto: GIK, Teilnehmer im Gespräche mit Frau Dr. Ehret (re)

Am ersten Filmabend, sonntags, war Benno Homann (Sprecher der GIK) sehr erfreut, dass alle Generationen, auch Kinder, vertreten waren. Gezeigt wurde der Film „Enkel für Anfänger“, in dem sich die noch rüstigen Senioren Philippa (Barbara Sukowa), Karin (Maren Kroymann) und Gerhard (Heiner Lauterbach) bei der Betreuung von Familien mit Kindern engagieren. Sie machen dabei auf Grund unterschiedlicher Erziehungsvorstellungen und Werte turbulente Erfahrungen mit Eltern und Kindern. Auf humorvolle Weise wurden dabei die Möglichkeiten und Grenzen einer Betreuung durch Leihgroßeltern, aber auch die Bedeutung der Beziehungen zwischen Generationen aufgezeigt. In dem anschließenden Expertengespräch hob die Gerontologin, Dr. Sonja Ehret (Universität Heidelberg), besonders hervor, dass durch die intergenerationellen Beziehungen die Gefahr einer Altersdepression vermindert wird und Alt und Jung voneinander lernen. Ehret wies besonders auf die Bedeutung von Begegnungseinrichtungen und Angeboten wie gemeinsame Spiele  von Kindern und Älteren sowie Vorlesenachmittagen hin. Deutlich wurde bei der Veranstaltung aber auch, dass für den Aufbau eines Leihgroßelternangebots ergänzende Unterstützungsangebote erforderlich sind. Dazu zählen u.a. der Aufbau eines Vermittlungssystems, die Einrichtung einer Betreuungsstelle und eines Fortbildungsangebots für Betreuende. Eine Kooperation mit Nachbargemeinden ist dabei zu empfehlen. 

Foto: GIK, Herr Homann im Gespräch mit Frau Dr. Schoch (re)

Am zweiten Filmabend, montags, wurde der Film „Monsieur Pierre geht online“ gezeigt, in dem der Rentner Pierre (Pierre Richard) durch das Internet neuen Lebensgeist entwickelt und sein Charmeurtalent wiederentdeckt. Nachdem ihm der junge, mittellose Alex (Yaniss Lespert) die Grundlagen zur Nutzung des Internets vermittelt hat, entdeckt und nutzt er eine Datingplattform, um mit Flora (Fanny Valette) zu flirten. Allerdings setzt er dabei das Bild des erheblich jüngeren Alex ein, was zu kuriosen und humorvollen Entwicklungen führt, als Flora sich mit ihm real treffen will. Es kommt zu einem Happy End für alle Beteiligten. In dem anschließenden Expertengespräch mit der Gerontologin, Dr. Judith Schoch, wurde besonders herausgearbeitet, dass das Internet neue Kommunikationsmöglichkeiten bietet, mit der die Gefahr einer Vereinsamung und Altersdepression vermindert werden kann. Schoch sieht das Internet als eine gute Möglichkeit, um auch im Alter freundschaftliche Kontakte zu pflegen – auch und gerade bei körperlichen Einschränkungen – oder neue zu finden. Auch Partnerschaftsplattformen beurteilt sie dabei positiv, da sie die Möglichkeit einer schrittweisen Annäherung mit Abgleich der Erwartungen bieten. Bei der Vermittlung von Fähigkeiten zur Nutzung des Internets an Ältere misst sie realen Treffen zum Austausch von Erfahrungen, wie sie die GIK Kronau mit dem HandyTreff anbietet, eine große Bedeutung bei. Ältere Menschen wollen sich bedarfsorientiert neue Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen. Auch digitale Spiele können je nach Gestaltung bei der Vermittlung von Internetfähigkeiten und zur Förderung kognitiver Fähigkeiten sehr nützlich sein. 

Foto: GIK, Gespräche vor den Informationsstellwänden

Die Besucher der beiden Filmabende waren von den Veranstaltungen sehr angetan , was sich an den anregenden Gesprächen in den Pausen und bei den Beteiligungen an den Gesprächsrunden zeigte. Großes Interesse fanden auch Stellwände mit ergänzenden Informationen zu den jeweiligen Themenschwerpunkten.

Foto: GIK, Bürgermeister Burkard bedankt sich bei Herrn Homann

Bürgermeister Burkard bedankte sich bei Herrn Homann für die Organisation des Filmfestivals und unterstützte die Anregung mehrerer Besucher, im kommenden Jahr auch außerhalb des Filmfestivals öffentliche Filmveranstaltungen durchzuführen.